Paul Mathias
Padua (1903 Salzburg
- 1981 Rottach-Egern/Tegernsee)
So nutzt der fuer die
Stilleben, die nun haeufiger in seinem Werk zu finden sind, eine
Kunstpositions- und Malweise, deren Urspruenge im ausgehenden 19.
Jahrhundert zu finden sind. Was auf den ersten Blick wie ein
Stilgemisch erscheint, ist die Farbigkeit, fuer den jeweiligen
Gegenstand den angemessenen kuenstelerischen Ausdruck zu waehlen und
ihn ueberzeugend umzusetzen. Erstaunlich ist dabei, dass die
gesamte Breite und Vielfalt des Farbauftrages -von der altmeisterlichen
mehrlagigen Lasur bis zum groebsten Pastos - bereits Ende der 20er
Jahre in Paduas Malerei ausgepraegt waren. Die Frage nach dem
raschen pastosen Farbauftrag bei den zahlreichen Blumenstilleben, an
Corinth gemahnend, beantwortet Padua in einem Fernsehfilm
folgendermassen: "Ich male nicht schnell, es geht schnell".
Nicht zuletzt diese Kraft und die Moeglichkeit des breit angelegten
kuenstlerischen Ausdrucks von altmeisterlicher bis zur
expressionistischen Formensprache machen den Reiz der Malerei Paduas
aus."
Source:
Volker G. Probst, Paul Mathias Padua, Neuss 1988, Seite 16
Vorwiegend Landschafts- und
Porträtmaler. 1922 erste Ausstellung im Münchner Glaspalast.
Zahlreiche Reisen und Ausstellungen in Frankreich und Italien. Motiv:
Porträt des naturalistischen Dichters Gerhard Hauptmann, das Padua
anläßlich dessen 80. Geburtstages schuf. Vor lasurhaft
transparentem Hintergrund hebt Padua als einzig opake Flächen den
Kopf sowie die Hand und das Buch des porträtierten Dichters
hervor. Auf interpretatorischer Ebene ergibt sich daraus eine durch die
Bildsprache intendierte Bezugsetzung zwischen dem "Kopf" und dem Werk
Hauptmanns. Besonderen Wert legt der Künstler auf die Gestaltung
des Gesichtes des Porträtierten. „Die Physiognomie antwortet,
durch die Lichtführung angeregt, mit einer Vielfalt der Formen
einer Gesichtslandschaft, in der sich die Persönlichkeit
unverkennbar individualisiert“
Source: Volker G.
Probst, Paul Mathias Padua, Maler
zwischen Tradition und Moderne, Neuss 1988; Benezit Bd. 10, S. 486.
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