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left.html
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Elk Eber, Painter
Elk
Eber
Maler
und
Indianerfreund
Ø
Es war im Jahre 1966
als ich das erste Mal vor dem Bild
der „Indianerschlacht am
Little Big Horn“ im damaligen Indianermuseum
Radebeul stand. Ich war von diesem Bild tief beeindruckt. Alles
sah so
authentisch aus, die Kleidung und die Waffen der Indianer stimmten,
nach dem
was ich damals davon wußte, genau mit historischen Objekten
überein. Wer war
der Maler, der ein derartiges Gemälde schuf? War es „nur“ ein
Maler, der genau
recherchierte, hatte er die Kleidung einfach von Museumsstücken
abgemalt ? Die
geheimnisvolle Signatur „Elk
Eber Heraka
ska“ tat
ein übriges. Sie weckte Neugier auf den Maler
mit dem
Lakotanamen, der offensichtlich zum Vornamen paßte.
Ø
Die Antwort des damaligen Museumsleiters Paul
Siebert warf nur neue Fragen auf: Elk Eber wäre ein Maler,
der sehr gut
mit Patty Frank bekannt war. Aber er sei in der Nazizeit ein bekannter Künstler
gewesen.
Eine kurze Erwähnung Elk Ebers in einer
Künstlerenzyklopädie bestätigte die
Aussage Sieberts.
Ø
Vor
1989 war zu diesen Informationen auch nicht viel dazugekommen,
zu groß
war das Tabu, das in den Jahren
der DDR mit
der Zeit zwischen 1933 und 1945
verbunden
war. Erst ab 1990 begann ich mich wieder mit der Thematik zu
beschäftigen. Mit
den Jahren kamen ständig neue Informationen dazu. Orte seines
Wirkens wurden
besucht.
Ø
Leider konnten nur noch wenige
lebende
Zeitzeugen befragt werden, und mancher sprach erst über ihn
, wenn klar
war, daß mich seine politischen Ansichten nicht interessierten.
Bei einigen gab
es aber auch aus unbekannten Gründen keine näheren
Auskünfte.
Ø
Der Vortrag wird mit Dias
illustriert
die leider eine sehr schlechte
Qualität
aufweisen. Ich bitte hierzu um
Entschuldigung. Meist
sind es Repros von Fotos die unter
ungünstigen Bedingungen
„per Hand“ gefertigt wurden. Diese wurden nochmals auf Dias kopiert. Da
aber
viele Bilder und Fotos vorhanden sind, habe ich mich entschieden diese
Bilder
zu zeigen um den Vortrag etwas zu illustrieren.
Ø
Der Stammbaum der
Familie Eber reicht
weit zurück. Lange befand sich das Weingut
am
Haardter Mandelring im Besitz der Familie. Als Wilhelm
Emil Eber am 18. April 1892 in diesem Haus geboren wurde,
befand sich
das Gut im Besitz seines Vaters und dessen zwei Brüdern.
Ø
Entgegen der
protestantischen
Familientradition wurde Emil am 14. Mai in der katholischen Kirche von Neustadt an
der Haardt katholisch getauft.
Dies wird wohl
auf Betreiben seiner Mutter, die als einziges Mitglied der Familie aus
katholischer Tradition stammte, geschehen sein.
Ø
„Im Jahr des
Herrn
1892 wurde der am
18. April geborene Sohn der Eheleute Friedrich Wilhelm Eber und der
Rosalia
Sybylla Eisele vom hochwürdigen Herrn Dauscher getauft und der
Name Wilhelm
Aemilianus gegeben. Die Paten waren Aemilianus und G. Eisele. Dies
bezeuge ich
(unleserliche Unterschrift), Pfarrer.“
Ø
Die ersten Schuljahre vom 7. bis zum 9. Lebensjahr
absolvierte Emil in der Volksschule seiner
Geburtsgemeinde Haardt, dem „Balkon der Pfalz“.
Ø
Am 17. September 1901
bestand Emil
Eber die Aufnahmeprüfung des K. humanistischen
Gymnasiums zu Neustadt an der Haardt und begann am 18. September
um 8
Uhr zusammen mit 40 weiteren Schülern den Unterricht. Zum
Lehrstoff gehörte
neben Deutsch und Mathematik vor allem Sprachen
wie
Latein, Griechisch, Französisch und Englisch sowie
künstlerische Fächer,
beispielsweise Musik und Zeichnen. Naturwissenschaften waren
kein
Schwerpunkt im Unterricht, und in all
den Jahren am Gymnasium war außereuropäische
Geschichte nur mit 5 Stunden im Stundenplan enthalten.
Ø
Als Abschluß der 9.
Klasse des
Gymnasiums fanden vom 20. bis zum 23. Juni 1910 die
schriftlichen Absolutorialprüfungen
statt. Dieser Prüfung unterzogen sich 26
Abiturienten welche dann
in
den letzten Tagen des Schuljahres noch die mündlichen
Prüfungen zu absolvieren hatten. Nach dem Jahresbericht des Gymnasiums gedenkt
sich nach eigenen Angaben ein
Absolvent „dem Berufe eines Kunstmalers zu widmen".. Der feierliche Schulabschluß
des Gymnasiums fand am 14. Juli vormittags 9 Uhr statt.
Ø
Emil Eber ging nach dem Abitur
1910 sofort
als Student der Kunstgeschichte und Anatomie an die Universität
München,
wechselte 1911 zunächst an die Kunstgewerbeschule
und studierte danach mit Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg von 1912
bis 1918
an der Akademie der bildenden Künste
München,
wo er am 3. Mai 1912 unter Nr. 5079
eingetragen
wurde. Als Kunstfach war angegeben: „Zeichenschule
Hahn“.
Ø
Im Jahre 1911 war der
Student Emil
Eber für einige Zeit Mitglied einer Burschenschaft der
Münchner Studenten: dem „Korps
Rhena-Paletia“. Offensichtlich war die
Zugehörigkeit jedoch nur von kurzer
Dauer.
Ø
Über seine Studienzeit und den erreichten
Abschluß ist nichts weiter
bekannt, da die Unterlagen der Akademie
im 2.
Weltkrieg durch Brand vernichtet wurden.
Ø
Die Studienzeit Ebers wurde durch
den
Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen. Nach biographischen
Quellen
meldete sich Eber freiwillig an die Front.
Vieles spricht dafür, daß er nicht,
wie in
einigen Presseveröffentlichungen angeführt, als
regulärer Infanterist diente. Nach eigenen Angaben war er „ im
Auftrage der Abteilung III/6 des großen Generalstabes als
Kriegsmaler bei
verschiedenen Truppenteilen“. Da er auch in den
Unterlagen des Bayerischen Kriegsministeriums nicht namentlich als
Kriegsmaler
benannt ist, wird vermutet, daß er auf eigenen Wunsch auf
Frontreise geschickt
und den genannten Regimentern zugeteilt
wurde
Ø
Bei dem Einsatz an der Front wurde Eber „Schwerhörig
infolge Verschüttung im Felde“ einige Quellen sprechen auch von
einer
Gehörverletzung durch Granatexplosion.
Ø
Aus der Zeit seiner
Tätigkeit als
Kriegsmaler sind eine Anzahl von
Aquarellen,
Bleistiftzeichnungen und eine Rötelzeichnung erhalten
Diese Werke
belegen, daß er Kampfeinsätze und Gasangriffe in vorderster
Front miterlebt hat
und das Leben der Soldaten in den Gräben festgehalten hat. So
erlebte er
Angriffe am Hohenzollernwerk, in
den Schlachten am Chemin des Dames
und bei Fromelles in Frankreich .
Neben Aquarellen von
Kampfhandlungen entstanden auch einige Porträts von Soldaten und
Milieustudien
wie z. B. „Leutnant Wildegger bei der
Morgentoilette 6 Uhr Nachmittags“. Leider war es zu teuer einige
Kopien von
diesen Bildern für den Vortrag fertigen zu lassen
Ø
In diesen Werken wird
schon seine Vorliebe für Aquarelle
und sein Talent zu Portraitzeichnungen
deutlich. Einige
Motive wurden später von ihm auch zu Lithografien verarbeitet,
welche teilweise
publiziert wurden.
Ø
Trotz umfangreicher Recherche konnten leider keine
Einzelheiten zu seiner Verwundung gefunden werden. In den
Stammrollen
der Bayrischen Armee und auch in den Krankenakten der Verwundeten des
1.
Weltkrieges ist Eber nicht auffindbar Auch zu dem
„Auftag des großen Generalstabes“ konnten keine
Hinweise gefunden
werden.
Ø
Im Jahr 1918 trat Elk
Eber der Münchner Freimaurer-Loge
„Sturmfried“ bei. Seine
Mitgliedschaft war jedoch kurz und
dauerte
nur bis zum Jahr 1919 . Dieser „Fleck in
der
Personalakte“ Ebers wird ihm später noch einige Probleme
bereiten, da
die Freimaurer vom Nationalsozialistischen Regime und der NSDAP
verfolgt
wurden. Elk Eber wurde am 20. April 1937,
zwei Tage nach seinem 45. Geburtstag, von
Hitler
diesbezüglich begnadigt ( also noch vor der allgemeinen Amnestieverfügung vom April 1938 ). Die Mitgliederzahlen der Logen nahmen
in den Jahren nahmen von 1918
bis zur Mitte der zwanziger Jahre in ganz Deutschland stark zu, bevor
sie mit
dem Erstarken des Nationalsozialismus wieder abnahmen. Über die
Werbung des Ordens
in der damaligen Zeit heißt es: „Mit
pathetischen Worten beschwor es zunächst die Einsamkeit des
Einzelnen in den
Wirren der Nachkriegszeit, um schließlich mit den lohnenden und
verläßlichen
Bindungen zu locken, die sich dem Aspiranten beim Eintritt in die Loge
eröffnen
würden“ .
Ø
Ein Zentrum der
konservativen Kräfte war das bayerische
„Oberland“
um Garmisch und Partenkirchen – das
Werdenfelser
Land. Es ist sicher, daß Ebers Kontakte zu einigen
bayerischen
Frontkameraden dorthin weiterbestanden. ( bayrisches
Infanterieregiment 16 „List“) Es bildeten sich
paramilitärische
Verbände. Am 28. April 1919 wurde
auch
Emil Eber Mitglied der Ortswehr Partenkirchen .
Ø
Am 29.
April wird in der Presse und mit Plakaten zum Eintritt
in das Freikorp „Werdenfels“ geworben. Eber ist mit der Mitgliedsnummer 11 einer der ersten der
sich in die
Meldeliste einträgt. Bereits am 1. Mai fährt
eine ca. 270 Mann
starke Truppe des Freichors Werdenfels per Bahn nach
München um an Aktionen gegen die proklamierte
Räterepublik teilzunehmen.
Das Freikorp wird Oberst Ritter von Epp
unterstellt und ist an Maßnahmen in den Münchner
Stadtvierteln Harlaching und Giesing beteiligt.
Ø
Für die Einwohnerwehr entwirft
er ein Plakat
für das erste Gauschießen der Ortswehren des
Oberlandes vom 18. Bis 20. Oktober in
Partenkirchen. Das Motiv –
ein kniender Schütze in zünftiger Tracht – wird auch als
Postkarte verbreitet.
Ø
Am
30. August 1919
heiratet er Frau Gerda Körnner die
allerdings bereits im März 1921 verstirbt. Über
diese erste Ehe ist nicht viel
bekannt, sie bleibt kinderlos.
Ø
Mitglieder des ehemaligen Freikorps Werdenfels zählten
zum Kern der
sich entwickelnden nationalsozialistischen Bewegung in München.
Ebers Kontakte
dorthin waren sehr ausgeprägt. Er war Teilnehmer des Aufmarsches
auf dem Oberwiesenfeld im Mai 1923. In diesem Zusammenhang beteiligte er sich am 9. November 1923 auch an
dem „Marsch
auf die Feldherrenhalle“ und weiteren damit im Zusammenhang
stehenden
Ereignissen in München. Wieder hielt er die Ereignisse mit dem
Skizzenblock
fest , so zum Beispiel das Geschehen am Odeonsplatz und in der
Briennerstraße
am 10. November, wo Polizei gegen die „Oberländer“ vorging. In den
Kämpfen wurde Eber niedergeschlagen
und verlor dadurch das Gehör
auf dem rechten Ohr nunmehr vollständig.
Ø
Für die Teilnahme an
diesen, auch als „Hitler-Putsch“
bekannt
gewordenen Ereignissen wurde Eber am 15. 11. 1934 der „Blutorden“
(Nr 1206) der NSDAP
verliehen den nur Personen erhielten die bei diesen Ereignissen
verwundet
wurden. Am 6. Juli 1925
trat er unter Mitglieds-Nr.: 10013 der NSDAP bei.
Ø
Am 28. Februar 1924
heiratet Emil Eber das zweite Mal.
Seine Frau Irmgard ist
die Tochter des bekannten Münchner Frauenarztes Faltin. Es ist
eine gutaussehende und lebenslustige junge Frau die in der
Barerstraße 48, dem
Haus ihrer Eltern ein Modeatelier eröffnet
hatte, in dem das Ehepaar Eber dann auch wohnte. Für die
„Modewerkstätte
Eber-Faltin“ zeichnete er Entwürfe
im Stil
der damaligen Mode. Kennengelernt hatte er seine Frau vermutlich in
Garmisch,
wo sie sich öfters aufhielt und wo die Mitglieder des Freiskorps
nicht nur
einheimischen Mädchen „den Kopf verdrehten“.
Ø
Bei dem sehr
liberalen und weltoffenen Arzt Faltin stieß
die Ehe seiner Tochter mit dem nationalsozialistisch
gesinnten Eber auf Ablehnung. So waren die Eltern der Braut auch
nicht bei der katholischen Hochzeit
zugegen. Die Ablehnung blieb erhalten,
auch wenn die Eber´s manchmal am Sonntag
zum Mittagessen bei der Familie Faltin eingeladen waren. Emil Eber
konnte sich
wegen seiner Schwerhörigkeit an Gesprächen bei Tisch sowieso
nicht beteiligen
und so saß er nur schweigend und aß mit großem
Appetit. Am Schluß bedankte er
sich in seiner rustikalen Pfälzer Art bei den Gastgebern mit einem
einzigen
Satz: „s´ ìsch guard gwä“ . Dies war für Herrn
Dr. Faltin stets ein neuer
Schock.
Ø
Am 5. Mai 1925 wurde
ein Sohn geboren,
welcher auf den Namen Kurt
getauft wurde.
Ø
Zahlreiche Aufnahmen
aus dem Familienalbum belegen, daß der Maler das Werdenfelser
Land oft mit der Staffelei im Gepäck durchwanderte und
dabei manch
schönes Motiv skizzieren konnte. Mit derartigen Motiven wird Eber
auch zunächst
bekannt. In der ersten
Veröffentlichungen des Bildes „Schijörning“ in den „Westermanns
Monatsheften“ heißt es über den Maler: „ Elk
Eber, der Maler der “Märzensonne auf der Hochalm“,
ist ein
Rheinpfälzer von
Geburt, hat sich aber in München und in Garmisch, wo er nach
vielseitigen
gelehrten und künstlerischen Studien sowie bewegten
persönlichen Schicksalen
seine Wahlheimat gefunden und sein Atelier gebaut hat, so an die
Schönheiten
des Hochgebirges verschenkt, daß er fast zu einem Spezialisten
des allerdings unerschöpflichen
Themas „Berge und Menschen“ geworden ist. Sonne und bewegte schöne
Körper im
Licht – immer kehrt dies Motiv bei ihm wieder, ob er nun Akte, Sport-
und
Pferdebilder, Bildnisse von Männern und Frauen oder Bergsteiger,
Führer und
Skiläufer malt.“
Ø
Und in der 1942 im
Kunstverein München veranstalteten Gedächtnisausstellung
hieß es: „... aber sein
Interesse galt ebenso
dem Sportsleben, wo er den Skifahrer, den Bergführer in bestimmten
Typen
festgehalten hat und der Landschaft und besonders seinen geliebten
Bergen, die
er im Sommer und Winter in ihrer Formung und Tönung
unermüdlich erforschte und
malte.“
Ø
Eber ließ er
sich im Atelier von Kunstphotograph Carl Zwikl, Garmisch-Partenkirchen
sogar als Bergsteiger fotografieren.
Ø
Eber hatte Kontakte
zur Sektion des Deutschen Alpenvereines .und zu deren
Gründer und
langjährigen Vorsitzenden Adolf
Zoeppritz den er
1928 auch porträtierte. Als die Sektion, nach dem Bau der
Kreuzeck-Personenschwebeseilbahn im Jahre 1926 die Berghütte am
Kreuzeck, das „Adolf Zoeppritz-Haus“
grundlegend umbaute,
gestaltet Elk Eber 1928 im Treppenaufgang
ein Fresko mit einem Bergsteigermotiv. Diese Werke und auch das Bild
„Der
Bergführer“ sind auch heute noch in der Hütte zu besichtigen.
Ø
An dieser Stelle
sollen noch einige Bemerkungen
zur Person Elk Eber stehen: Er war 1,79 m groß hatte blaue Augen,
dunkelbraune Haare und eine Narbe am linken Auge. Durch seine fast völlige Taubheit war er oft
von der
Konversation mit seiner Umgebung ausgeschlossen, war nur „Zuseher“ und
wirkte
deshalb meist verschlossen. Seiner Frau kam eine Mittlerrolle zu, ihr
las er
die Worte vom Munde ab. Ein Dialog war oft nur möglich, wenn die
Fragen
aufgeschrieben wurden. Als Typisch für ihn
wurde von allen die ihn kannten beschrieben, daß er nahezu
ständig seine Pfeife rauchte.
So ist er auf vielen Fotos und auch auf
einem bekannten Selbstporträt
mit Pfeife zu sehen. Bezeichnenderweise manchmal mit einer
„Corncob“-Pfeife,
was sicher auf Einflüsse des Western-Hobbys
zurückzuführen ist.
Ø
In das Jahr 1925
fällt der früheste mir bekannte
Kontakt zu Indianern
und damit der erste Beleg für das
Interesse Ebers an den Ureinwohnern Amerikas: In seinem Atelier porträtierte
er am 25.
März „Chief Black
Wolf“
einen , wie es hieß, 105 Jahre alten Häuptling, der in
Oklahoma geboren war und
mit einem anderen Indianer namens Thomas Reynold in
München weilte. Es entsteht ein Ölbild (124 x 85 cm; heute
KMM
Radebeul) Gast
im Atelier war
Franz Xaver Lehner, ein Mitglied des „Cowboy-Club München
Süd“, dessen Mitglied
Elk Eber war. Dies bezeugt, daß er mindestens ab
1925 Kontakt zu dem Verein hatte. Ab wann er als Mitglied
geführt wurde,
läßt sich heute nicht mehr exakt ermitteln. Von
da an entstehen einige Bilder mit indianischen Motiven wie das Ölbild von „Two Arrows“ (1927) oder
ein Aquarell
mit einem „Indio zu Pferde“ (1928).
Ø
Ein Höhepunkt für den Indianerfreund Elk Eber
stellte zweifellos das
Jahr 1929 dar.
Im Juli gastierte der
Dresdener
Zirkus Sarrasani auf der Münchner Theresienwiese. Sarrasani
hatte, dem
Beispiel früherer Wild-West-Shows a la Buffalo Bill, oder von
Völkerschauen wie
denen von Hagenbeck folgend, schon ab 1913 zeitweise Indianertruppen
unter
Vertrag. Im Jahre 1929 war das eine zumeist aus Sioux-Indianern der
Pine Ridge
Reservation in South Dakota bestehende Truppe mit ihrem Häuptling „White Buffalo Man“. Mit
seiner Frau Irmgard und
weiteren Freunden besuchte er die Vorstellung und ließ sich
zusammen mit White
Buffalo Man fotografieren.
Ø
Natürlich fanden
auch außerhalb der regulären Zirkusveranstaltungen Treffen
statt. Der Cowboy-Club München hatte
am 5. August 1929 unter
anderem den Manager der Indianertruppe
Clarence
Shulz , dessen Gattin und White Buffalo Man zu Gast im
Vereinsheim. In
der Vereinschronik heißt es dazu „... Der neue
Häuptling White Buffalo Man erhielt vom Club als Ehrengeschenk
einen prächtigen
Tomahawk ... Dafür überließen die Indianer dem Club
einen Sonnentanzschmuck für
20 RM . Der Ehrenabend der anläßlich des Besuchs des
Clarence Shulz aus
Oklahoma stattfand und bei denen die Boy´s in ihren Cowboy- und
Indianerkostümen erschienen, machte einen äußerst
gemütlichen Verlauf. Zu
später Stunde brach man auf. ...“
Ø
Die Indianer fanden sich in diesem Zusammenhang auch zu
einem Fototermin im Tierpark Hellabrunn ein.
Eber malte
unter anderem Aquarelle von Hollow Horn und anderen Indianer der Truppe. Besonders
gelungen erscheint mir eine Aquarellstudie tanzender Indianerkinder mit dem Titel „Kindertanz
der Sioux“ (1929). White Buffalo
Man
wurde dabei mehrfach dargestellt: als Tänzer mit Showkleidung und
nochmals als
Ölportrait im Profil, wobei seine „indianische“ Hakennase
wunderbar zur Geltung
kommt.
Ø
In
seinem Atelier Elisabethplatz wird Elk Eber im August 1929 im Kreise
seiner
Freunde vom Cowboy-Club München feierlich in den Stamm der Sioux
aufgenommen. Die in
diesem
Zusammenhang ausgestellte „Stammesurkunde“ hat folgenden Wortlaut: „By the Grace
of
God. This is to
certyfy that on August 1929 I
conferred upon Herrn Elk Eber painter artist the title and name Chief
He-Ha-Ka-Ska
of the Dakota tribe. Big Chief White Horse Eagle“.
Ø
Die mit dieser
Ernennung zum Häuptling aller Dakota verbundene Ehre kann man
sicher erst
richtig würdigen, wenn man die Schilderung von Hans Stosch
Sarrasani zu dieser
Thematik liest: „Von irgendwo hatte
er (Sarrasani) gehört, daß in Berlin ein 107 Jahre alter
Indianerhäuptling
eingetroffen sei, der nachweislich der Fürst aller Indianer in den
USA lebenden
Indianer sei. ... Der Häuptling lebte
im Centralhotel auf ganz großem Fuß und weigerte sich in
der Manege
aufzutreten. ... Wir wurden uns einig, daß er als Gast unsere
Sioux besuchen
und sie inspizieren sollte. Wir schlossen unter vielen Zeremonien
diesen
Vertrag. ... Weißes Pferd Adler wurde augenblicklich der Liebling
des
Publikums, und er wurde gefeieret wie ein Held ohnegleichen. ...Er
schlug die
Bürgermeister, Stadträte, Stadtverordneten, Polizeidirektoren
scharenweise zu
Siouxhäuptlingen, und er unternahm und erledigte solche
Feierlichkeiten mit
einem (von dem neuen Häuptling zu bezahlenden) erheblichen Quantum
Alkohol. ...
Es war geradezu ein literarischer Leckerbissen, mit welch genialem
Tempo er für
die neuen Häuptlinge Namen erfand.“
Ø
Der Indianername Hehaka Ska
für Elk Eber
war äußerst zutreffend, da ja „Elk“ im Amerikanischen den
Wapiti-Hirsch
bezeichnete, was in der Lakotasprache „Hehaka“. hieß.
Möglicherweise stand das
„Ska“ (weiß) dafür, daß er nun einmal ein
„Weißer“ war.Es ist zu vermuten ,daß
dieser Namensvorschlag nicht von Big Chief White Horse Eagle kam, der
ja selbst
kein Lakota war und diese Sprache nicht sprach. Vermutlich war es ein „Wunschname“ von Eber selbst. Auf jeden
Fall dürfte
der Ursprung des Künstlernamens Elk in diesem „indianischen“
Zusammenhang zu
suchen sein und nicht auf eine
„Germanisierung“
zurückzuführen sein, wie einige nationalsozialistische
Chronisten zu wissen
glauben.
Ø
Über den genauen Zeitpunkt, wann Emil Eber sich den
Künstlername „Elk“
zulegte, ist im Verlauf der Recherche nichts bekanntgeworden. Die früheste Erwähnung dieses Namens
stammt aus dem Jahr 1925;
die erste bekannte Signatur eines Bildes befindet sich auf den Ölbild „Der Bergführer“
ebenfalls von 1925. Er gab auch in offiziellen Fragebögen seinen Namen mit Elk-Eber
und den Vornamen Emil an.
Ø
Neben den Indianerbildern des Malers ist auch die Eber´sche Sammlung indianischer
Ethnografika in
diesen Jahren schon sehr ansehnlich. Fotos
vom
September 1929 belegen, daß Elk Eber bereits zu dieser
Zeit über einen
umfangreichen Bestand verfügte. In
seinem Atelier
stand ein kleines Tipi und diverse indianische Gegenstände
vornehmlich
der Plainskultur waren malerisch an den Wänden ausgestellt. Ab und
zu zog der
Maler diese Kleidungsstücke auch selbst an, wie zahlreiche Fotos
von Franz
Xaver Lehner belegen. Offensichtlich wurde im Atelier öfters
mit den Freunden vom Cowboy-Club „indianisches Brauchtum“
gepflegt
Ø
Es ist aber anzunehmen, daß bei jeder
Begegnung mit Indianern einige Stücke
durch Kauf erworben wurden. Dies könnte also 1925 begonnen
haben und
wurde im Jahr 1929 mit Sicherheit zielstrebig weiterverfolgt. Wie auch
unter
den Sammlern in der damaligen Zeit üblich, wurden Ethnographica
untereinander getauscht, und so stand auch Elk Eber in
Verbindung mit
vielen bekannten Sammlern der damaligen Zeit z. Bsp. auch mit Patty
Frank.
Ø
Vom 7. bis zum 12.
Dezember 1929 besuchte Elk Eber
erstmals das Radebeuler Museum und seinen Freund Patty. Seine Eintragung
in das Gästebuch des Museums verband er
mit einer Zeichnung.
Ø
Im September 1930 reinigte und
bemalte Eber
im Auftrag des Museums für 35 RM eine Büste in seinem
Münchner Atelier.
Vermutlich handelte es sich hier um die
Winnetou-Büste, was Franz Xaver
Lehner
wieder im Foto festgehalten hat. Diese Büsten aus Pappmache und
Gips waren eine Serienfertigung
des Karl-May-Verlages die zu Werbezwecken vertrieben wurden
Ø
In dieser Zeit fotografierte
Lehner auch Ebers umfangreiche Sammlung indianischer Ethnografica. Beim
Studium
dieser Bilder fallen zwei Objekte auf, die sich heute eindeutig im
Karl-May-Museum befinden. Dies belegt, daß der Tausch von
Objekten unter
Sammlern auch damals üblich war. In einem Brief von
Elk Eber an Patty über
Honorarfragen für weitere Arbeiten liest sich das dann so: „ ...
Ich verlange
äusserst: Für die
Büsten und ½ Figuren je 30.- M. Für die ganze Figur
50.- . Falls mir die Reise
und Aufenthaltskosten voll vergütet werden. ... Davon wären
mir vor Antritt der
Reise 50.- Vorschuss zu schicken. ... Eventuell würde ich für
20.- ein gutes
Indianerstück nehmen. Darauf kann ich mich aber nicht festlegen
ehe ich das in
Frage kommende Stück gesehen.“
Ø
Bei den Radebeuler
Objekten aus der
Sammlung Eber handelt es sich um den Quill-Brustschmuck
(Kat. Nr. 985) „nach Art der
Knochenbrustschmucke aus einem Stück Rohaut hergestellt ... die
mit
Stachelschweinborsten umwickelt sind“ und um eine Weste
der Crow (Kat. Nr. 1019) „...Weste von
rein europäischen Schnitt ... Beide Vorderteile mit
Stachelschweinborsten
bestickt“. Auf beiden Karteikarten des Museums (von Hermann Dengler
erstellt) befinden sich keine Erwerbsangaben. Den umgekehrten Weg ging
ein
Frauenumhang der Apachen, welcher unter Kat. Nr. 489 geführt wurde
und der auf
den Fotos der Eber´schen Sammlung von 1931 gut zu erkennen ist.
Hier ist
allerdings auf der Karteikarte vermerkt „vertauscht
Eber“.
Ø
Im
Jahre 1931 beginnt Elk Eber als Mitglied des
Cowboy-Club München ein
interessantes Projekt für diesen
Verein: Er zeichnet eine Porträtserie,
bei der jedes
Mitglied mit der eigenen Cowboy- oder Indianertracht porträtiert
wird.
Dazu sitzen die Clubmitglieder in seinem Atelier Modell. Von den
vorliegenden 36 Porträts
ließen sich 19 Mitglieder als Cowboys
oder Mexikaner, 16 als Indianer und einer (Xaver Lehner) als Trapper
porträtieren. Auch ein Selbstporträt
von Elk Eber
ist dabei – selbstverständlich als „Indianer“. Am
23. April 1932 wurde die Galerie unter Anwesenheit einiger
Ehrengäste im Verein feierlich
enthüllt. Bei dem
Zeremoniell waren die Mitglieder mit ihrer jeweiligen Tracht anwesend.
Über den
Verbleib der meisten Bilder ist nichts
bekannt, wohl aber gibt es Fotokopien davon.
Ø
Auch in anderer
Hinsicht machte der Cowboy-Club im Münchner
Vereinsleben von sich reden. Der Verein
beteiligte
sich am Faschingstreiben. Belegt ist ein Faschingsball
1931, 1932 und 1933 sowie ein Faschingskehraus
1932 und ein Wild-West Ball 1933. Auf der Einladung zum
32´er Spektakel heißt es: „In den
Tanzpausen Auftreten von
Stepptänzern, Lassowerfern usw. Ferner Kriegstänze der 30
Mann starken
Sioux-Indianertruppe unter Führung ihres Chiefs „Bob red Cloud“.
Auf
vielseitiges Verlangen heuer wieder lebende Bilder aus der Zeit des
einstigen
Wilden Westens, gestellt von den Mitgliedern des Clubs, zu Pferd und
Fuß in
ihren Prachtvollen Original-Kostümen, Sattelzeugen usw.“ Dazu heist es in
der Vereinschronik des Cowboy-clubs: „Der Ball war
wie
immer gut besucht. Er brachte sogar 60 Besucher
mehr als der vorjährige. Die Aufführungen fanden regen Beifall. Lassoarbeiten
wurden von Mitglied Höfler und
Ostermann übernommen. Peitsche von Frank u. Schmittner. ...Indianertanz
wurde von den 30 Indianern und
Squaws des Clubs
erledigt. Die lebenden Bilder
übernahmen Höfler und Eber.
Der Kehraus
am Faschingsdienstag brachte ebenfalls
noch eine große Anzahl
Besucher.
Die Aufführungen wurden besorgt von den
Mitgliedern Höfler, Ostermann. Am Lasso arbeiteten Frank und
Schmittner,
Peitsche, Lebende Bilder: Regie:
Höfler und Eber.
Der Überschuß war bei den beiden Veranstaltungen
zufriedenstellend. Gez.
Fred
Black“
Ø
In einem Brief an
einen befreundeten und gleichfalls
indianerbegeisterten Dresdener schrieb
Eber im
Dezember 1932: „Wir sind bereits
im Training für das Faschingsfest, das am 21. Januar stattfindet.
Zur Zeit ist
pfeilschießen vom galoppierenden Pferd das Neueste.“
Ø
Im Jahr 1932
war Elk Eber wieder mit Arbeiten für das Karl-May-Museum Radebeul
betraut. Die Präsentation der Ausstellungsstücke mittels
lebensgroßer Indianerfiguren war von
Vittorio Güttner,
ebenfalls eines Münchner Künstlers, begonnen worden. Eber und
Güttner kannten
sich gut, sie waren beide Mitglieder des Cowboy-Clubs München und
passionierte
Sammler indianischer Ethnographica. Eber
bemalte die
Figuren des Comanchen und des Sioux-Hauptlings für das
Radebeuler
Museum. Zu diesem Zweck wurden die Figuren warscheinlich nach ihrer
Fertigstellung durch Güttner in Ebers Münchner Atelier
gebracht. Es gibt keine gesicherten
Belege dafür, daß Eber selbst an der
Schaffung dieser Figuren beteiligt war. Fotos beider Figuren in
Ebers
Atelier belegen lediglich, daß in München verschiedene
Varianten der Bekleidung
ausprobiert wurden, bis man sich schließlich auf die noch heute
sichtbare
Präsentation einigte. In einem Brief an Patty
Frank schreibt Elk Eber: „Das der
Komantsche Ihnen gefallen würde habe ich mir schon
gedacht. Es ist
nur schade,
dass ich wegen der dummen Geldfrage so schlechter Stimmung bei der
Arbeit war.
Sonst wäre er sicher noch viel besser geworden. Es wundert mich,
warum der
Verlag jetzt nicht einfach einen Dekorationsmaler engagiert und die
anderen
Figuren nach dem Muster malen läßt. Oder haben die Herren
duch eine Schwache
Ahnung, dass es vielleicht doch nicht ganz so würde, wie wenn ich
es machen
würde.“ Wenige
Tage darauf antwortet ihm Dr. Euchar
Schmid, geschäftsführender Gesellschafter des Karl-May-Verlages
zurück: „ Herr Patty
Frank übergab mir Ihren Brief vom 29. Mai . Über
die
frühere Honorarfrage, die
sie darin anschneiden, werden wir uns, da sie ja doch hierher kommen
muendlich unterhalten. Ich meinerseits spiele bei der ganzen
Angelegenheit gleichsam die Rolle des Bankiers, das heisst, ich habe zu
zahlen, was anderweit vereinbart wird.“
Ø
Mit
dem Angebot für die Arbeiten im Frühjahr 1932 wurde man sich
einig. Es ging um die Bemalung des
Irokesen, einer
weiteren lebensgroßen Indianerfigur von Vittorio Güttner,
sowie weiterer 3
Büsten und 2 Halbfiguren, die diesmal im Radebeuler Museum
bemalt werden
sollten. Dies alles für zusammen
200,- RM zuzüglich
50,- RM für Spesen und Unterkunft. Elk Eber reiste Ende
Juli nach
Dresden, wo er bis zum 2. August daran arbeitete. Bei seinem Aufenthalt
wohnte er im Bahnhof Radebeul,
wo es einige
Fremdenzimmer gab. Sein Vorschlag, im Blockhaus zu wohnen und
während dieser
Zeit mit Patty zu essen, wurde von Herrn Schmid abgelehnt „da
im Blockhaus kein Raum frei ist“. Am 28. Juli quittierte Elk
Eber den Erhalt des Honorars. Neben den in Auftrag gegebenen Werken
für das
Museum bereicherte er seine Gästebucheintragung
durch die sehr schöne Zeichnung eines indianischen
Bogenschützen.
Ø
Bereits Anfang
Juli 1933 weilt Elk Eber wieder in Radebeul. Möglicherweise
wurden hier
die von ihm bemalten Indianerfiguren in das Museum gebracht. Im
Tagebuch
verewigte er sich am 5. Juli mit der Zeichnung
eines
Indianers, der gerade einen Feind skalpiert.
Ø
Patty Frank´s
Erzählungen unter dem Titel „Ein
Leben im Banne Karl-Mays“,
wurden durch Elk
Eber illustriert wurde. Die erste
Auflage kam
1935 im Karl-May-Verlag herausund beinhaltete 9 Federzeichnungen
Ebers
zu persönlichen Erlebnissen seines Freundes Patty. Das Titelbild
der ersten
Auflagen war von Carl Lindeberg, spätere
Auflagen
erscheinen mit einem Titelbild von Elk Eber. Es zeigt Patty
Frank in
Wildwestkleidung und pfeiferauchend am Kamin.
Ø
Ein ähnliches Motiv
von Elk Eber bei dem Patty rauchend im Kreise anderer Indianer
sitzt
wurde damals übrigens als Werbemarke
des Karl May
Museums verbreitet.
Ø
1936
wurden Umbauten
zur Erweiterung des Karl-Mai-Museums durchgeführt Neben
der baulichen Erweiterung durch großzügigere
Ausstellungsräume, die an das
Blockhaus angebaut wurden ohne den Charakter des Wildwest - Blockhauses
zu zerstören,
wurde die Wohnung von Patty Frank in das ausgebaute Dachgeschoß
verlegt und im
ehemaligen Schlafzimmer Pattys das Diorama
„Heimkehr
von der Schlacht“ konzipiert. Die Wand wurde mit Leinwand
beklebt , so
daß mit Ölfarben gemalt werden konnte. Elk Eber gestaltete die
Rückwand des
Dioramas mit einem
Bild lebensgroßer heimkehrender Krieger, die in vollem
Galopp auf das
Lager zu reiten. Im Hintergrund des Bildes ragen die steilen Berge des
„Felsengebirges“ auf, was so manchen Dresdener an die Kulisse der
Basteifelsen
in der nahen sächsischen Schweiz erinnern mochte.
Die Figuren wurden wiederum von Vittorio Güttner
geschaffen, der allerdings kurz vor deren Vollendung verstarb, und so
mußte
sein Sohn Bruno Güttner diese vollenden.
Ø
Die einzige Indianerplastik
im Radebeuler Museum die höchstwahrscheinlich von
Elk Eber selbst stammt ist die (ca. 70 cm) hohe
und 1932 signierte Figur von Sitting
Bull.
Ø
Bei der Wiedereröffnung
des Museums am 19. Februar 1937 wurde den Besuchern noch eine
Neuerwerbung präsentiert: Das Ölgemälde
der
Custerschlacht. Es kostete damals übrigens 3000,-
RM. Seit 1929, wo die ersten
Aquarellstudien
dazu entstanden, war Eber mit diesem seinem bekanntesten Bild
zur
indianischen Thematik beschäftigt.
Ø
Bisher konnte nicht
zweifelsfrei geklärt werden, ob das Ölbild Ebers ein Auftrag
war, ob es auf den
Wunsch von Patty Frank gemalt wurde, oder ob Eber es aus eigenem
Interesse
schuf. Zentrale Figur des Aquarells und
auch des späteren Ölgemäldes ist ein Indianer, der mit
einer Keule den Fahnenträger
niedergeschlagen und die Flagge erbeutet hat. Bei dem Indianer soll es
sich um
den Hunkpapa Rain in the Face (Ite o
magazu)
handeln.. In einem Bericht über die Schlacht sagte Rain in the
Face einmal: "... Ich stuerzte mich hinein
und nahm ihre Fahne. Main Pony fiel tot nieder als ich sie nahm. Ich
sprang auf und schlug den Langmesser-Fahnenmann mit der Kriegskeule den
Schaedel ein und rannte mit der
Fahne zurueck zu unserer Linie ... ".
Ø
Am Beispiel dieser
Bilder läßt sich gut
nachweisen, daß Eber zwischen dem Entstehungszeitpunkt des
Aquarells (signiert
1929) und der Fertigstellung des Ölbildes (signiert 1936) sowohl
seine Kenntnisse der ethnografischen als
auch der
militärhistorischen Seite dieser Schlacht verbessert hat.
So wurde die Keule verändert.
Statt der noch auf dem Aquarell zu
sehenden „Gewehrkolbenkeule“ wurde im Ölbild eine Steinkeule mit
elastischem
Stiel verwendet, die für die Hunkpapa-Lakota typischer war. Eine
wichtige
Änderung gibt es außerdem bei der erbeuteten Fahne.
Im Aquarell handelt es sich noch um die amerikanische Nationalflagge
(„Star
Sprangled Banner“), im Ölbild ist es die persönliche
Flagge General George Armstrong Custers. Zwar hatte jede der 12
Kompanien eine seidene Kompaniestandarte mit einem Sternen- und
Streifen-
Muster, aber die persönliche Flagge
Custers drückt noch besser den Kampf „mitten im Zentrum der
Schlacht“ aus.
Ø
In einem Artikel
über die verschiedenen
Darstellungen der Schlacht wird sogar
behauptet, daß
Elk Eber der Sohn eines Weißen und einer Sioux-Indianerin namens
Little Elk, welche
die Schlacht als Kind miterlebt hatte, war. Damit lebte eine Legende
auf, die
von einigen anderen Autoren ungeprüft übernommen wurde.Motive
aus dem
Eber-Bild bildeten interessanterweise
auch von den vierziger Jahren an bis 1969 das Titelbild
des „Custer Battlefield Handbook“– ein Zeichen der hohen
Wertschätzung,
welche Ebers Gemälde in amerikanischen Fachkreisen genoß.
Natürlich versuchte
das Custer Battlefield National Monument, Montana, das Bild dem
Radebeuler
Museum abzukaufen. Ein Wunsch welchem selbstverständlich nicht
entsprochen
wurde.
Ø
Mit der Wahl
Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde die NSDAP zur
staatstragenden Partei in Deutschland. Damit änderten sich auch
für den
Kunstmaler Eber die Bedingungen für seine Arbeit. Mit der
Machtergreifung der
Nationalsozialisten wurde der in der Bewegung engagierte Eber plötzlich auch „künstlerisch“
aufgewertet.
Bereits im Jahr 1935 kaufte die Münchner Galerie am Lehnbachhaus
ca.40
Zeichnungen Ebers aus der Zeit des ersten Weltkrieges und Skizzen der
Kämpfe in
München im Zusammenhang mit den Hitler-Putsch 1923 auf.
Ø
Sowohl die heute noch
lebenden Verwandten
Ebers als auch andere Zeitgenossen des Malers haben immer wieder
betont, daß Elk Eber bis 1933 nie
über ein gesichertes Einkommen
verfügte und ständig mit Geldmangel zu kämpfen hatte.
Ab 1931 war er
zwar als Zeichner für nationalsozialistische Zeitungen wie den
„Völkischen
Beobachter“ und „SA-Mann“ tätig, aber davon konnte man nicht
leben. Der Verkauf
von Bildern war wohl auch nicht so auskömmlich gestaltet, und so
lebte die
Familie größtenteils von den Einnahmen der
Modewerkstätte Eber-Faltin.
Ø
Ebers Sohn
Kurt wurde weitestgehend von der Großmutter Luise und
später bei
Bekannten in einem Landheim am Ammersee großgezogen,
weil die Mutter Irmgard durch den Betrieb der Werkstätte mit
mehreren
Angestellten sehr beschäftigt war und Elk Eber war oft in Garmisch
und
außerhalb Münchens weilte.
Ø
Am
13 Mai 1936 wird
Elk Eber von seiner zweiten Frau Irmgard Eber-Valtin geschieden. Über die Ursachen der Scheidung ist uns nichts
bekannt. Es war aber
eine Trennung „im Guten“, das heißt, man stand
auch später noch miteinander im Kontakt –
schließlich gab es ja
den gemeinsamen Sohn Kurt. Wenn es notwendig war, half er Irmgard auch
noch
manchmal, zum Beispiel bei der Organisation eines Umzuges in eine neue
Wohnung.
Als Unterhalt mußte Eber monatlich 80,- RM an seine geschiedene
Frau und 30,- RM für seinen Sohn
zahlen.
Ø
1936
verbringt er
dann auch mehrere Monate bei der Verwandtschaft in seiner
Heimatgemeinde
Haardt in der Pfalz.
Möglicherweise steht dies im Zusammenhang mit seiner Scheidung. Da
er
immer noch nicht über ein ausreichendes Vermögen verfügt, läßt er einige Bilder als Bezahlung
für den
Aufenthalt zurück. Eines davon ist ein Indianergemälde – ein
Häuptlingsporträt
in Öl, signiert 1936. Auf der
Rückseite
steht vermerkt: „Porträt
des Cheyenne-Sioux-Häuptlings: Chief Wolf Robe“.
Als Vorlage
diente
ein Foto von Frank A. Rinehard,
das dieser 1898 auf der „TRANS
MISISSIPPI AND INTERNATIONAL EXPOSITION“
in Omaha, Nebraska
angefertigt
hatte. Wolf Robe ist auf diesem Foto in europäischer Kleidung
abgebildet, was
natürlich nicht das Klischee vom „Indianerhäuptling“ bedient.
Die Idee, dem
Häuptling für das Porträt ein indianisches Lederhemd mit
Glasperlenstickerei zu
„geben“, stammt allerdings auch nicht von Elk Eber. Die
Vorlage für sein Porträt bildete warscheinlich ein
Zigaretten-Sammelbild der
Firma Aviatik aus Breslau. Wolf Robe erhielt aber eine
ordentliche
Zopfumwicklung aus Otterfell und einen Halstuchhalter aus Metall mit
ausgearbeitetem Stern.
Ø
Silvester
1936/37
feierte Eber zusammen mit den Mitgliedern und Freunden des Cowboy-Clubs
München
Süd in deren Clublokal. Es war eine
feuchtfröhliche Runde,
bei der laut Vereinschronik allein 80 Liter Punsch den Weg durch
durstige
Kehlen nahmen ...Man
feierte
dabei größtenteils in entsprechender „zünftiger“
Cowboy- und Indianerkleidung,
und mancher Gast setzte sich wenigstens den obligatorischen „Stetson“
auf, um
dazuzugehören. Elk Eber hatte sich eine perlenbestickte Lederjacke
über das
karierte Hemd gezogen und einen, eher zu einem Bergsteiger passenden
Hut
aufgesetzt
.
Ø
Am
19. Februar 1937
erfolgte dann in Radebeul die Wiedereröffnung des umgestalteten und Erweiterten Karl-May-Museums. In einer Pressekonferenz wird auch über den Anteil
Ebers an dieser
Neugestaltung gesprochen. Damit wird der
Öffentlichkeit erstmals der Indianerfreund Elk Eber vorgestellt.
Der
Maler Elk Eber war bis zum damaligen Zeitpunkt meist nur durch seine
Landschafts- und Sportlerbilder sowie zunehmend durch Soldaten- und
SA-Bilder
bekannt und von seinem Interesse für die Ureinwohner Amerikas wußte bis dahin nur ein kleiner Kreis
von
Freunden.
Ø
Im „Illustrierten
Beobachter“ Folge 33 von 1937 wird
Elk Eber als heroischer
„deutscher“ Maler und erstmals auch
als Kenner des Indianerlebens vorgestellt
„ dessen
künstlerischer Ruf als Indianerbildmaler auch nach Amerika
gedrungen ist
“. Stolz
wird weiter darüber
berichtet, daß er gerade an einer
Arbeit für den Präsidenten Roosevelt schafft.
Bei dem Auftragswerk handelte es sich um ein Ölgemälde der „Schlacht am großen Kanawha“
(Schlacht bei Point Pleasant) am 10. Oktober 1774.
In
dieser Schlacht kämpften etwa 1000 Shawnee unter Führung
ihres Chiefs Cornstalk
gegen etwa 1100 Mann amerikanische Siedlermiliz unter Colonel Andrew
Lewis.
Indianerinteressierte Zeitgenossen Ebers kannten die Schlacht damals
auch aus
der 1931 von Fritz Steuben erstmals veröffentlichten Schilderung im Band „Der Rote Sturm“.
Den Auftrag für das Bild erhielt Elk Eber
von einem Dr. Hertl, der es für den Präsidenten Franklin (D.)
Roosevelt bei ihm
bestellte.Das Bild wurde nie fertiggestellt, es
existiert aber ein Kohleentwurf auf
Leinwand im Rahmen (130 cm x 115
cm; heute im Karl-May-Museums Radebeul ). Offensichtlich
plante Elk Eber hier ein Bild, daß
mit
dem Gemälde der Custerschlacht vergleichbar werden sollte.
Ø
Ab
1937 stellt Elk
Eber alljährlich auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“
in München aus.
Insgesamt 16 seiner Ölgemälde werden im Laufe der Jahre dort gezeigt.
Einige Werke wurden von Adolf Hitler
persönlich erworben, wie
zB. das Bild „Die letzte Handgranate“.
Ø
Am
30. 1. 1938 wird
er durch Adolf Hitler zum Professor ernannt. Zur
Gaukulturwoche der Saarpfalz erhält er in der ersten Oktoberwoche
des Jahres
1938 in Ludwigshafen den Westmarkpreis. Anläßlich
der Preisverleihung weilt er kurz in seinem Heimatgemeinde
Haardt/Pfalz.
Ø
Als er vom Saarpfälzischen
Verein für Kunst gebeten wurde eine Ausstellung in Ludwigshafen zu
gestalten,
fehlen ihm dazu repräsentative Werke. Daraufhin schreibt er am 17.
9. einen
persönlichen Brief an Adolf Hitler und bittet um die Ausleihe
dreier vom
„Führer“ angekaufter Ölbilder für diese Ausstellung. Die
Bitte wird durch das
Büro der Reichskanzlei abgelehnt. Auf jeden Fall sind die
„mageren Jahre“ nun vorbei. Elk Eber ist eine
Persönlichkeit in
deutschen Künstlerkreisen und unter den Nationalsozialisten. Seine
Bilder
werden angekauft – und zwar zu Preisen, die für die damalige Zeit
durchaus
respektabel sind. Das Werk „So war SA“, welches für die neue
Reichskanzlei
bestimmt war, kauft Hitler für 15.000,- RM.
Ø
Der
Cowboy-Club
München-Süd feiert im Jahre 1938
sein
25-jähriges Vereinsjubiläum mit einer Veranstaltung im
Clublokal Lindwurmstraße
48 in München. Zu der Feier sind
natürlich auch wieder die Ehrenmitglieder
des Clubs
eingeladen: Elk Eber
sitzt neben dem amerikanischen Kunstmaler Robert Lindneux, dem
Bürochef der
„Münchner Neuesten Nachrichten“ Herrn Haug und
Patty Frank
.
Ø
Am
3. und 4.
August besuchte eine Gruppe von 4 Mitgliedern des Münchner Clubs das
Radebeuler Karl-May-Museum Elk Eber, „Tom
Jackson
(Sheriff), James Caak (?) (II. Präsident) und Lieselotte Minne ha
ha“ Im
Gästebuch dargestellt ist ein Indianer mit einer Schnapsflasche in
der Hand. In
der Bar „Zum grinsenden Präriehund“
wird
diese Begegnung Münchner und Dresdener Indianerfreunde wohl in
feuchtfröhlicher
Runde die Beziehungen beider Vereine vertieft haben.
Ø
Am
14. September
1938 heiratet Elk Eber zum dritten Mal. Seine Frau Lieselotte, geborene
Rummel, kennt er wahrscheinlich ebenfalls aus
Garmisch. Wie seine neue
Frau zum Indianerhobby ihres Mannes stand, ist nicht bekannt.
Allerdings
scheint sie dafür etwas mehr Verständnis aufzubringen als
ihre Vorgängerin: Auf
einem leider undatiertem Foto von einem Camp
des
Cowboy-Clubs ist sie gemeinsam mit Elk Eber vor einem Tipi zu
sehen.
Ø
Ob es sich bei den
von Eber getragenen
indianischen Kleidungsstücken um Originale oder um selbst
nachgebaute Stücke
handelt, ist nicht zu ermitteln. Elk Eber hat sich in seinem Atelier
manchmal
Originalstücke seiner Sammlung angezogen und sich damit
fotografieren lassen.
Ø
Das Jahr 1939
hatte für den Indianerfreund Eber wieder einige Höhepunkte.
So kam in diesem
Jahr das Buch „Lagerfeuer im Indianerland“
von Hans Rudolf Rieder auf den Markt, Eber
hat
dieses Buch mit 12 Federzeichnungen illustriert.
Ø
Einer breiten
Öffentlichkeit wurde im Juli 1939
ein Teil der Eber´schen Sammlung von
Ethnographica in einer großartigen Ausstellung vorgestellt.
Die
Ausstellung fand vom 1. Juli bis zum Ende diesen Monats im Foyer des Völkerkundemuseums
München statt Eber unterhielt
schon seit Jahren enge Kontakte zu diesem Museum, bereits 1931 hatte er
5
Objekte an das Museum verkauft. In Veröffentlichungen wird davon
berichtet, daß
er vom Leiter des Museums zum Berater und Sachverständiger des
Völkerkundemuseums für den Bereich Nordamerika ernannt wurde. Die Präsentation der Eber´schen
Privatsammlung war sicherlich für das
Museum eine Gelegenheit die
Besucherzahlen zu erhöhen. Der
Bekanntheitsgrad des Malers in München dürfte spätestens
seit seiner Ernennung
zum Professor eminent gewesen sein.
Ø
Wie Fotos bezeugen,
wurde von Eber selbst und einem Gehilfen
ein Tipi als Blickfang
in der Halle des Museums aufgebaut. Dabei handelte es sich sogar
um ein
recht großes Exemplar im Gegensatz zu dem kleineren in seinem
Atelier und den
bei den Camps des Cowboy Clubs errichteten Zelten. Von der Bedeutung
dieser
Sonderausstellung zeugen auch die zahlreichen und ausführlichen
Presseberichte
in Münchner Zeitungen.
Ø
In einer „Presse-Vorbesichtigung“
unter Leitung von Dr. Feichtner vom Völkerkundemuseum und Elk Eber
sowie Herrn
Koch, dem 2. Vorsitzenden des Cowboy-Clubs München, wurde
besonders der
„wissenschaftliche Charakter“ der Ausstellung hervorgehoben. „... wie
uns
Prof. Elk Eber selbst erklärte, soll sie auch dazu dienen, das
vielfach noch
verbreitete Vorurteil gegen die Indianer
zu überwinden. Es hat
auch die
Forschung längst erwiesen, daß wir es bei ihnen mit keinen
„Wilden“ zu tun
haben.“
Ø
So wurden die
piktographischen
Darstellungen der Prärieindianer auf Leder ausführlich
erläutert und dabei
erklärt, was eine „Wintererzählung“ist. Perlenstickereien und
Quillstickerei
werden erläutert und die Ähnlichkeit der Quillstickerei mit
den „vorwiegend in Tirol üblichen Stickereien
aus Pfauenfederkielen auf Leder“ dargestellt.Weiterhin wurde den
Journalisten erläutert, daß das Skalpieren keine
ursprünglich indianische Sitte
sei und der Indianer eine „wirkliche
Kampfethik besitzt“ bei dem das Berühren des Feindes mit einem
hölzernem
Stab eine weit größere Ehre für den Krieger sei als das
Töten.
Ø
Allerdings ist die
Berichterstattung
natürlich nicht ganz frei von
Propaganda wenn
nämlich berichtet wird: „Eber,
ein Kunstmaler der namentlich durch seine Zeitbilder „Marschierende SA“
usw.
bekannt geworden ist, ein Pfälzer, war vor dem Kriege in den
amerikanischen
Reservaten, hatte eine umfangreiche Sammlung angelegt, die aber
während der
Besatzung der Pfalz abhanden kam....“ Da die
Mär von der „ersten
Sammlung die während der Besatzungszeit der
Pfalz
gestohlen wurde“ auch in anderen Presseberichten erwähnt wird,
muß derartiges
tatsächlich gesprochen worden sein. Die umfangreiche biographische
Recherche
zeigt aber, daß dies gar nicht
möglich war:
Eber ging als Abiturient nach München zum Studium und meldete sich
noch vor
Abschluß des Studiums freiwillig als Kriegsmaler im ersten
Weltkrieg. Er war
also vor dem 1. Weltkrieg als Student sicher weder finanziell noch
zeitlich in
der Lage, eine solche Reise zu unternehmen. Außerdem lebte er
seit 1910 in
München, wohin ihm sein Vater 1913 folgte. Eine
„erste“ Sammlung dürfte es deshalb gar nicht gegeben haben.
Ø
Mit
höchster
Wahrscheinlichkeit auszuschließen, daß sich Elk Eber jemals
selbst in Amerika
aufgehalten hat. Alle Zeitzeugen sowohl aus der
Familie
als auch aus dem Bekanntenkreis sprechen davon, daß er eigentlich
immer unter
Geldknappheit litt. Die
biografische Recherche läßt auch keinen Ansatzpunkt für
eine solche Reise zu.
Ø
Über das
konkrete Entstehen seiner
umfangreichen Sammlung gibt es wenig Informationen. Wahrscheinlich
hat Elk Eber alles nur irgendwie verfügbare Geld in die Sammlung
gesteckt und
deshalb nie über eine ausreichende Rücklage verfügt. Die
Sammlung war sicher
nur möglich, da derartige Ethnographica damals noch nicht als
Geldanlage
betrachtet wurden. Natürlich spielte bei Sammlern, die sich ja
untereinander
meist gut kannten, auch der Tausch von
Objekten
eine große Rolle. Eine weitere Quelle waren die Indianer, welche
mit
Völkerschauen und mit dem Zirkus Sarrasani durch Europa reisten,
und die ihre
Ausrüstung bzw. während des Aufenthaltes selbstgefertigte
Stücke gern an
Sammler weitergaben.. So heißt es in einem Artikel: „Mit
White Buffalo Man und seinem Dolmetsch Lone Bear verband ihn
eine große Freundschaft und so manch kostbare Trophäe
wanderte aus der
Reservation in Süddakota nach München“. Doch
Eber hatte mit seinen
Freunden vom
Cowboy-Club München noch eine andere Quelle, über die andere
Sammler nicht
verfügten: den Tausch von Adlerfedern.
So
konnten sie auch den „echten Indianern“ damit helfen. In dem Artikel
der
Münchner Stadtzeitung wird berichtet: „So hat erst
unlängst der Club mehrere Hundert Adlerfedern
unserer Berge in die Prärie gesandt - da dort die Adler selten wurden !“
So
bot sich eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit, im
Austausch
manch schönes Original-Kleidungsstück nach München zu
holen. Ob die Kontakte
mit den Indianern direkt oder über einen Mittelsmann abgewickelt
wurden, ist
nicht bekannt
Ø
Einige
der schönsten
Stücke der Sammlung Elk Eber befinden sich heute im Ledermuseum
Offenbach und können dort besichtigt werden. Die Kartei des Museums
weist 47 Objekte mit der
Herkunftsangabe „Sammlung Elk
Eber“. Drei Objekte
der
Sammlung befinden
sich heute im Karl-May-Museum Radebeul
und
ein Lederhemd aus Ebers Sammlung befindet sich jetzt im vereinseigenen
Museum
des Cowboy-Clubs München. Diverse Kleinobjekte sind in den Besitz
einiger alter
Indianer-Hobbyisten gelangt. Mit
diesen heute nachzuweisenden Stücken aus der Eber´schen
Sammlung sind aber
nicht einmal die Hälfte der auf Fotos dokumentierten Stücke
erfaßt.
Ø
Wenige Wochen nach
dem Ende der
Ausstellung in München begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Elk Eber meldete sich sofort wieder
freiwillig zum Einsatz als Kriegsmaler und wurde in einer
Propagandakompanie zusammen mit anderen Malern wie Franz Eichenhorst,
Alwin
Stützer und Ernst Vollbehr, aber auch anderen Kulturschaffenden
wie z. B. der
Filmemacherin Leni Riefenstahl, an die polnische Front geschickt.
Er malte
hier wieder überwiegend Aquarelle von zerstörten Anlagen in Modlin und Warschau und vom Einzug der deutschen Truppen in Warschau am 2.
Oktober 1939.
Bekannt wurde auch sein Bild „Gruppe
polnischer
Gefangener vor der Kommandantur in Warschau". Im
Gegensatz zum ersten Weltkrieg scheint er aber während der
Kampfhandlungen selbst nicht an der Front gewesen zu sein.
Die Ergebnisse der Frontmalereinsätze wurden 1940
in Berlin im Rahmen einer Ausstellung
„Polenfeldzug
in Bildern und Bildnissen“ gezeigt. In dieser Ausstellung waren
etwa 20
Werke Ebers zu sehen.
.
Ø
Am 26. 2. 1940
wird er mit dem Kunstpreis der SA ausgezeichnet.
Ø
Wenige Wochen darauf
beginnt ein altes
Leiden erneut sein gesundheitliches
Befinden
zu verschlechtern. Bereits von
1933 bis 1936
war er mehrmals wegen Bauchfellentzündung
in
ärztlicher Behandlung. Nun begann dieses Leiden wieder Probleme zu
bereiten.
Von August bis Oktober 1940 war er zu einem Sanatoriumsaufenthalt
gezwungen. An Arbeit war
unter diesen Umständen nicht zu denken. Einen Auftrag zur
Gestaltung von zwei
Plakaten zum Honorar von je 100,- RM
mußte beim Auftraggeber abgesagt werden.
Ø
Am
6. Dezember wird
er erneut zu stationärer Behandlung in ein Münchner
Krankenhaus eingeliefert. Später geht er in
der Hoffnung auf Genesung wieder nach
Garmisch. Behandelt wird er zuletzt von
seinem
Freund Ernst Ditzuleit,
einem Pionier
der deutschen Indianer-Hobbyisten und damals ebenfalls einem Mitglied
des
Cowboy Clubs München.
Ø
Jetzt zeigte sich,
daß Eber trotz seiner
Karriere in der Zeit des Dritten Reiches keinerlei Mittel angespart
hatte. Er lebte quasi „von der Hand in
den Mund“. Allein der
Sanatoriumsaufenthalt kostete ihm 2300,- RM und der neuerliche
Krankenhausaufenthalt schlug nochmals mit wöchentlich 160,- RM zu
buche. Dazu kamen noch 146,- RM
monatliche Miete und der Unterhalt an die geschiedene Frau und den Sohn
mit
110,- RM monatlich.
Ø
Unter diesen
Umständen wurde durch den
Chef des Sozialamtes der Münchner SA-Führung ein Unterstützungsantrag „
für den in Not geratenen
SA-Hauptsturmführer Elk Eber“ an „den
Reichsminister fuer Volksaufklaerung und Propaganda Pg. Dr. Gooebbels"
aus Mitteln der Stiftung
„Künstlerdank“
gestellt. Beantragt war eine monatliche
Zuwendung in
Höhe von 200,- RM und eine einmalige Sonderhilfe in
Höhe von 1000,-
RM. Am 4. 4. Wird dieser Antrag,
nachdem er die Instanzen der Bürokratie erfolgreich durchlaufen
hatte,
genehmigt und durch den Herrn Reichsminister persönlich sogar die einmalige Sonderhilfe auf 2000,-
RM erhöht.
Ø
Ebers
Gesundheitszustand verschlechterte
sich jedoch dramatisch, es kam zu einem raschen Kräfteverfall. Am 12. August
1941 um 3 Uhr nachts verstirbt der „Kunstmaler
Professor Wilhelm Emil (genannt Elk) Eber“ in der
Adolf-Hitlerstraße 58 in
Garmisch-Partenkirchen an Bauchfelltuberkulose. Sein Tod wird
unter Nr.
113 im örtlichen Standesamt registriert.
Ø
Die Feuerbestattung
fand am Mittag des 15. August im Krematorium auf dem Münchner
Ostfriedhof statt.
Die Pressemeldung von der Trauerfeier weist aus, daß diese unter
Teilnahme von
Vertretern der Stadt München und der
SA
sowie zahlreicher anderer Trauergäste erfolgte. Vom Musikzug
der Standarte 16 „List“, deren langjähriges Mitglied Eber war, wurde das
Lied vom „Guten Kameraden“ gespielt.
Ø
Auch der
Karl-May-Verlag, ein
Schriftstellerclub und der Cowboy-Club München legten Kränze
zum letzten Gruß
nieder. Die Urne wurde nach Garmisch
überführt und
dort am 10. 10. 41 beigesetzt.
Ø
Neben seiner Frau
Liselotte gedachte auch der Cowboy-Club seines
Mitgliedes in einer Zeitungs-Annonce . In
der | | | |